Hallo und herzlich willkommen zur ersten Folge des Caritas Schulden-Podcast im Jahr 2026. Gerade wenn du wenig Geld hast, können meine Tipps deine Finanzen entscheidend verbessern.
Meine Vorschläge drehen sich um Themen wie: Finanzen vereinfachen, neue Gewohnheiten einüben und das Bauchgefühl trainieren und sich selbst wertschätzen.
In der Schuldnerberatung erlebe eines täglich: Wer wenig Geld hat, muss sparsam leben und kann das auch. Viele bemühen sich sehr ernsthaft und wenden viel Energie darauf, mit dem Wenigen was sie haben, zurecht zu kommen. Ich habe großen Respekt. Wenn es bei Bürgergeldbezug nicht gelingt, Rücklagen zu bilden, wundert mich das nicht. Es ist einfach sau wenig Geld. Den einen gelingt es besser, anderen überhaupt nicht.
Was also machen die einen gut, was anderen nicht gelingt?
Schau Dich um. Wo liegen Deine Papiere? Sind alle Briefe aufgemacht?
Hier mein ultimativer Tipp für dich: Du brauchst Schnellhefter, das sind die mit der durchsichtigen Folie oben drauf. Das System, das für dich passt, musst du ausprobieren. Mein Vorschlag: ein Hefter für Miete und Strom, ein zweiter Hefter für Einkommen, ein dritter Hefter für Bank und Versicherung, einen vierten Hefter für Schulden und einen fünften Hefter für Passwörter. Diese Hefter liegen im Stapel neben deinem Tisch oder beim Sofa, wo auch immer Du deine Papiere erledigst. Bekommst Du also Post vom Stromanbieter, legst du das Schreiben einfach oben in diesen Hefter rein. Schau, dass du das Ablegen so einfach wie möglich machst. Kein Lochen, kein Abheften. Und wichtig: Vor allem fängst du mit der Post an, die jetzt kommt. Später kannst du die alte Post aus deinen Stapeln nachsortieren.
Alles, was du nicht mehr brauchst, von der Werbung bis zum Briefumschlag landet sofort - sofort - im Papierkorb. Der sollte also gleich neben dran stehen.
2. ultimativer Tipp: Mache einen Wocheneinkauf. Und zwar in maximal zwei Läden deiner Wahl. In der Woche kommen dutzende Werbezettel in meinen Briefkasten. Für viele scheint es ein Volksport zu sein, diese zu lesen. Ich finde, dass ist Stress pur. Geht Dir das ähnlich? Die kommen fast alle ungelesen weg. Am Ende glaube ich nicht, dass es billiger wird, wenn du alle Werbung liest. Vielmehr musst du dich erinnern, die Läden wollen dich locken, mehr zu kaufen, als du brauchst.
Mach es Dir möglichst einfach. Kaufe einmal in der Woche vielleicht in zwei Läden deiner Wahl und Du weißt, wo die Sachen stehen. Ich kaufe meistens doch so oder so dieselben Sachen, wie Möhren, Äpfel, Kartoffeln oder Zwiebeln, meine Käsesorten, Dosenbohnen und so weiter. Mein Einkaufszettel füllt sich mit den Sachen, die fehlen. Das fülle ich dann wieder auf. Hier lohnt es sich, die Prospekte zu lesen.
Das coole ist und das ist mein dritter Tipp: Ich habe eine Idee, wie teuer mein Einkauf wird. Mein Einkauf im Center liegt regelmäßig bei 50 bis 60 €. Und weil ich das jede Woche mache merke ich an der Kasse, wenn irgendetwas nicht stimmt. Oder ist merke, wenn mein Lieblingskäse, der Schafskäse teurer geworden ist. Vielleicht greife ich dann doch zur billigeren Alternative.
Und wenn Du deine Gewohnheit beim Einkaufen vereinfachst kannst du gleichzeitig Dein Bauchgefühl für das Geld einüben. Vielleicht hängst du den Einkaufszettel jede Woche an den Kühlschrank. Dann kannst Du vergleichen.
Apropos Gewohnheit. Mit Ratenkäufen im Netz werden die Finanzen extrem unübersichtlich. Daher mein vierter entscheidender Tipp: Höre heute auf, auf Raten zu kaufen. Ich weiß wohl, das ist ultra bequem. Aber das Risiko der Überschuldung steigt. In der Schuldnerberatung wissen viele einfach nicht mehr, wieviel Raten sie jetzt noch zahlen müssen. Nahezu alle, die eine Insolvenz machen müssen, haben Schulden mit Ratenkäufen. Und die Betroffenen sagen dann: "Das mache ich nie wieder." Du kannst anfangen, mit dem Ratenkauf aufzuhören. Und zwar jetzt. Du wirst bald merken, nachts kannst Du besser schlafen.
Und jetzt mein fünfter Tipp: Zahle dir stattdessen selbst am Anfang des Monats eine Rate auf ein Tagesgeldkonto bei Deiner Bank. Das geht vielleicht nicht jeden Monat. Die Verführung ist natürlich da, das Geld nach drei vier Monaten anzufassen, wenn es mal wieder eng ist. Und es hilft natürlich nicht, wenn Du die 25 €, die Du Anfang des Monats zurücklegst am Ende des Monats wieder verbrauchst.
Sicher brauchst du dafür auch ein bisschen Disziplin. Es hilft, wenn es Dir mit den Tipps 2 bis 4 gelingt, Deine Ausgaben besser zu steuern. Hilfreich kann auch sein, sich Regeln zu setzen für was Du das Geld einsetzen wollen würdest: Für einen neuen Kühlschrank, die Reparatur des Fahrrades oder die Stromrechnung. Alles andere ist dann tabu.
Beim Salat-schnippeln hörte ich in einem Podcast Tipps, wie es gelingen können soll, sich abends was Frisches zu Essen zu machen. Da dachte ich, hey, das mache ich doch schon längst. Und zwar gerne.
Und ja, mir macht Salat-Schneiden Spaß und es ist Routine. Beim Sparen kommt der Spaß erst später. Wenn es dir nämlich gelingt, die Stromrechnung zu bezahlen, weil das Geld einfach da ist. Sich was Neues anzugewöhnen dauert. Male Dir also blumig aus, wie gut es ist, wenn Du die Routine hast.
Disziplin scheint bei Dir so gar nicht zu funktionieren? Dann kommt mein sechster Tipp: Du bist ein toller Mensch. Habe Dich selbst lieb. Bleibe gelassen und zielstrebig. Du scheiterst? Das ist schade, aber die Idee bleibt gut. Bleibe dran.
Auch mit der besten gut gelaunten Motivation: Der innere Schweinehund gewinnt. Das Gefühl ist, er gewinnt immer. Vergiss dabei nicht, dass Du auch ein Mensch bist, dem Dinge gelingen. Zähneputzen, zum Beispiel. Das ist doch keine besonders tolle Routine und du machst es trotzdem. Oder rechtzeitig für die Arbeit aufstehen. Oder Tag für Tag für Dein Kind das sein. ….. Was fällt dir ein?
Rede mit anderen. Trau Dich! Merke, du bist nicht allein mit Deinen Fragen. Lass dir helfen, lass dich beraten. Und vielleicht belohnst Du dich, wenn Du zum Beispiel in drei Monaten Deine Post immer noch aufmachst und sortierst. Ein letzter Gedanke: Du hörst die erste Folge im Jahr 2026. Aber egal, wann Du diese Folge hörst, leg einfach los. In zwei Jahren wirst Du Dich freuen, heute angefangen zu haben.
Wenn du meine ultimativen Tipps kommentieren willst, schreibe mir an podcast @ caritas-im-norden.de. Mein Name ist Nicolas Mantseris.
In den kommenden Folgen des Schulden-Podcasts geht es wieder konkret um Schulden. Ich rede über Vollstreckungen und wie Du dich verhältst, wenn Dir zum Beispiel der Gerichtsvollzieher schreibt oder das Inkasso droht. Die nächste Folge kommt in 14 Tagen.
Also halte Dein Geld zusammen, bis zum nächste Mal.