Du denkst alles ist normal. Einfach noch schnell was online bestellen. Und dann sagen die einfach: Nein, mit dir nicht. Ohne Fehlermeldung, ohne Erklärung. Genau so ging es mir in einem Outdoor-Onlineshop. Ich habe mich zuerst gewundert, dann geärgert. Wer entscheidet hier eigentlich, was ich darf und was nicht.
Vielleicht kennst Du das? Du willst bestellen. Und nix geht mehr? Das Netz ist dicht.
Es ist die Macht die Auskunfteien, die mehr wissen als du denkst. Die Ihre Finger mit im Spiel haben.
Und damit ein herzliches Willkommen zu dieser neuen Folge des Caritas Schulden-Podcast, mit einer kleinen Reihe zu Schufa und Co.
Warum verweigerte mir das Unternehmen den Kauf? Bei meiner abgelehnten Bestellung war neben meinem Ärger auch meine Neugier geweckt. Ich hakte nach. Das Gute ist: Wir haben das Recht dazu. Der Onlineshop muss mir sagen, was er über mich weiß. Ich wollte es aber genauer wissen: Von wem haben sie Daten über mich? Tatsächlich war es eine Auskunftei. Die behauptete, ich sei nicht vertrauenswürdig. Aber warum? Das Ergebnis ärgerte mich noch mehr. Sie kannten einfach meine Adresse nicht. Tatsächlich war es aber schon damals nicht zulässig, die Adresse allein zu nutzen.
Und jetzt wird es noch ein wenig merkwürdig. Es gibt Adress-Händler. Gib ihnen Deine Adresse und sie wissen, ob bei Dir um die Ecke mehr Rechtsanwälte oder Reinigungskräfte wohnen. Und tatsächlich. Die Stadt hatte kürzlich meine Hausnummer geändert. Die Adress-Händler konnten mit meiner Adresse nix anfangen. Keine Adresse - keine Bestellung.
Das Geheimnis war gelüftet. Zufrieden war ich nicht.
Wie aber entscheiden die Auskunfteien? Was sind deren Gründe? Ist das bei Dir eindeutig klar, warum du nicht bestellen kannst? Weil du zum Beispiel schon die Vermögensauskunft abgegeben hast? Oder bei der Bank länger im Rückstand bist? Gelingt es dir gerade nicht, Raten rechtzeitig zu zahlen?
Bei vielen Ratsuchenden in unseren Beratungsstellen ist das eindeutig. Die Überschuldung ist offensichtlich.
Aber vielleicht ist es gerade bei Dir nicht so einfach?
Zunächst: Es gibt in Deutschland verschiedene Auskunfteien, die bekannteste ist die Schufa. Andre sind Creditreform, Crif Bürgel oder Experian. Sie alle wollen einschätzen, ob Du zahlungsfähig bist. Dazu speichern sie Deine Daten. Unser aller Daten.
Bist du in der Insolvenz? Oder hast Du eine Vermögensauskunft abgegeben? Dies wird in öffentlichen Verzeichnissen gespeichert. Häufig haben die Auskunfteien vor allem diese Infos. Aber Creditreform ist zum Beispiel zusätzlich auch ein Inkassounternehmen. Die treiben also Forderungen ein.
Vergisst du vielleicht mal Deine Handyrechnung, weiß Creditreform das womöglich sehr schnell.
Die Schufa wiederum arbeitet mit den meisten Banken zusammen. Kannst du also gerade Deinen Kredit nicht bezahlen, wird die Schufa informiert.
Das Gute ist: In Europa haben alle das Recht auf Auskunft. Das ist kostenlos. Du kannst bei den Auskunfteien einfach nachfragen, was die über dich wissen.
Jetzt hat die Schufa etwas Neues gemacht. Sie hat die zwölf wesentlichen Kriterien veröffentlicht. Endlich. Den Link dazu findest Du im Transkript diese Folge auf unserer Homepage. Das ist auch für Dich eine Chance. Du kannst mehr Klarheit bekommen.
Das mit Abstand wichtigste Kriterium sind vorhandene Zahlungsstörungen. Das finde ich nachvollziehbar. Positiv bewertet die Schufa, wenn Du viele Jahre dein Konto bei derselben Bank hast und wenn Du lange an derselben Adresse wohnst. Je länger Deine Bankverträge laufen, umso besser. Bedeutung hat aber auch, wenn Firmen häufig nachfragen: Bist du zahlungsfähig?. Fragst Du innerhalb kurzer Zeit bei verschiedenen Banken konkret nach Krediten? Dann ist das für die Schufa-Bewertung eher schlecht.
Ärgerst du dich über eine negative Auskunft? Dann frage unbedingt nach. Es können auch Fehler bei deinen Daten sein.
Du musst aufpassen. Lass dich nicht abzocken. Die Auskunft bekommst du bei allen kostenfrei. Bei der Schufa heißt dies zum Beispiel "kostenlose Datenkopie".
Wenn Du nicht verstehst, was in der Auskunft steht, komme damit in die Sprechstunde der Schuldnerberatung. Oder frage die Verbraucherzentrale.
Diesen Podcast findest du auch auf unserer Homepage www.schulden-verstehen.de. Dort findest Du auch das Transskript zu dieser Folge mit allen Links.
Wie lange werden Deine Daten gespeichert? Das ist häufig nicht klar. Und manchmal ungerecht. Dazu erzähle ich mehr in der kommenden Folge. Also bis zu nächste Mal. Halte Dein Geld zusammen.