Wenn eine Stadt zusammenhält
Seit 2008 ist "Rudi" im Einsatz der Mobilen Jugendarbeit der Caritas bei Wind und Wetter, im gesamten Stadtgebiet unterwegs. Für viele Jugendliche im Alter von 10 bis unter 27 Jahren ist er ein vertrautes Bild: Wo der Bus hält, ist Raum für Gespräche, Beratung und gemeinsames Erleben.
Als das Team den Reparaturbedarf öffentlich machte, folgte eine starke Resonanz: Über eine flugs ins Leben gerufene Spendenaktion auf GoFundMe kamen bislang 3.480 Euro zusammen. Die Spenden stammen ausschließlich von Privatpersonen. Kolleginnen und Kollegen, Familienangehörige, Kooperationspartner und sogar Jugendliche selbst beteiligten sich. Gerade Letzteres berührt das Team besonders: Viele junge Menschen verfügen über wenig Geld und wollten dennoch ihren Beitrag leisten.
"Diese Unterstützung ist ein starkes Zeichen für die Bedeutung sozialer Arbeit vor Ort: für Begegnung, als Anlaufstelle für Beratung und Hilfe, als vertrauter und geschützter Raum. Am Ende wird sogar ein ganzer Bus durch den TÜV getragen. Wir sind gerührt und beeindruckt von dieser breiten Unterstützung.", betont Matthias Timmermann, Direktor der Caritas im Norden. Die Spenden seien vor allem Ausdruck von Solidarität und Verbundenheit mit den Jugendlichen der Stadt.
Niedrigschwelliges Angebot für Jugendliche
Die Mobile Jugendarbeit ist dort präsent, wo junge Menschen ihren Alltag verbringen. Sie bietet niedrigschwellige Beratung, Begleitung und Freizeitangebote direkt im Sozialraum. Insbesondere für Jugendliche, die von klassischen Hilfesystemen schwer erreicht werden, ist diese Arbeit eine wichtige Stütze. Themen wie familiäre Konflikte, Sucht, psychische Belastungen, Schulabbrüche oder Perspektivlosigkeit gehören dabei ebenso zum Alltag wie kreative Projekte, Graffiti-Aktionen, Skate-Contests oder gemeinsame Ausflüge.
"Rudi" ist dabei mobiles Kontaktbüro, Rückzugsort und manchmal sogar kleine Bühne: Im Winter 2024 wurde sein Kofferraum kurzerhand zur Tanzfläche, mit Musikbox, bunten Lichtern und beschlagenen Scheiben vor Begeisterung. Seinen Namen erhielt der Bus übrigens 2021 gemeinsam mit Jugendlichen. Seitdem hängt am Spiegel ein Schild mit der Aufschrift: "Hello, my name is Rudi."
Die Caritas im Norden bedankt sich herzlich für die bisherige Unterstützung. Jede weitere Beteiligung trägt dazu bei, dass die Mobile Jugendarbeit auch künftig flexibel, nahbar und mitten im Leben junger Menschen unterwegs sein kann.
Der Nordkurier hat am 13. Februar über Rudi berichtet.
Jessi und Jan vom Projekt MoJu sind oft mit "Rudi" unterwegs.