Was bedeutet Nachhaltigkeit?
- Übergeordnetes Ziel: Wahrung der Wohlfahrt und Lebensqualität der Menschheit im Einklang mit dem Schutz von Natur und Umwelt („Bewahrung der Schöpfung“)
- Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen
- Ziele in drei Dimensionen: Ökologie, Soziales, Ökonomie
Caritas und Nachhaltigkeit gehören zusammen
Als wichtiger Teil der sozialen Infrastruktur in Norddeutschland hat die Caritas im Norden einen unmittelbaren Einfluss auf die Ziele der sozialen Dimension von Nachhaltigkeit. Gleichzeitig zeigen aktuelle Entwicklungen deutlich: Ökologische und soziale Krisen hängen eng zusammen. Ökologische Krisen treffen Menschen nicht gleich - besonders ältere Menschen, Kinder, Kranke oder Haushalte mit geringem Einkommen leiden stärker unter Hitze, Extremwetter oder steigenden Energie - und Lebenshaltungskosten. Wer wenig zum Klimawandel beiträgt, spürt seine Folgen oft am stärksten. Für die Caritas im Norden bedeutet das, die soziale Aufgabe ist immer häufiger auch eine sozial-ökologische Aufgabe. Nachhaltigkeit wird damit zu einer Form der sozialen Prävention, denn ökologische Krisen verschärfen soziale Notlagen und Ungleichheiten.
Es ergeben sich drei zentrale Handlungsfelder:
Nachhaltigkeit im Verband
Als Caritasverband mit mehr als 2300 Mitarbeiter_innen, 190 Einrichtungen und tausenden Klient_innen haben wir eine besondere Verantwortung. Das betrifft ökologische Themen wie Energieverbrauch, Mobilität, Beschaffung, Abfallmanagement. Soziale Themen wie Arbeitsbedingungen, Gleichbehandlung und Chancengleichheit für alle. Und Governance Themen wie Unternehmenskultur. Ziel ist die sozial-ökologischen Optimierung interner Strukturen, hier liegt aktuell auch der Fokus unseres Nachhaltigkeitsmanagements (siehe Nachhaltigkeitsprozess Caritas im Norden).
Nachhaltigkeit in den sozialen Dienstleistungen
Unsere Arbeit soll eine nachhaltige, also sozial-ökologische Wirkung haben. Eine große soziale Wirkung haben unsere sozialen Dienstleistungen ohnehin, das bringen unsere Geschäftsfelder und unser sozialer Auftrag mit sich. In einigen Bereichen wirkt unsere Arbeit auch bereits explizit sozial-ökologisch. Das Projekt Stromspar-Check zeigt z.B. wie man soziale Hilfe und ökologische Wirkung verbindet. Aufgrund der immer größer werdenden Wechselwirkungen & Abhängigkeiten von Ökologie und Sozialem sollen sozial-ökologische Ansätze in der Praxis immer mehr mit- und weitergedacht werden und langfristig als ganzheitliche Denkweise im Verband integriert werden.
Nachhaltigkeit als gesellschaftlicher Auftrag
Die Akzeptanz und der Erfolg von Nachhaltigkeitsprozessen hängen stark davon ab, ob sie sozial gerecht und partizipativ gestaltet werden. Deshalb ist es wichtig, ökologische Zielsetzungen nicht als Gegensatz zu sozialen Aufgaben zu verstehen, sondern als integralen Bestandteil: Umweltthemen müssen auch als soziale Themen betrachtet werden, Klimaschutzmaßnahmen dürfen nicht soziale Probleme hervorrufen, die Lasten nicht ungleich verteilt werden. Durch unsere Nähe zu benachteiligten Menschen und unsere organisatorische Reichweite bringen wir soziale Perspektiven aktiv in gesellschaftspolitische Debatten ein. Wir wollen unterstützen, dass nachhaltige Entwicklungen sozial und inklusiv gestaltet werden - im Sinne einer sozial-ökologischen Zukunft.
Die Caritas im Norden hält sich an die ESG-Kriterien
ESG-Kriterien sind transparente Maßstäbe zur Bewertung, wie nachhaltig und verantwortungsvoll eine Organisation handelt. Der Begriff "ESG" ist die Abkürzung der entsprechenden englischen Begriffe Environmental (E), Social (S) und Governance (G) und beschreibt damit ökologische, soziale und unternehmensstrategische Kriterien, die als relevant für nachhaltiges Wirtschaften gelten.
Nachhaltigkeitsprozess Caritas im Norden
Aus der Vielzahl der ESG-Themen haben wir die für uns relevanten Themenbereiche herausgefiltert und eine Wesentlichkeitsanalyse - inklusive Stakeholder- und Mitarbeiter_innenbefragungen - durchgeführt. Dabei haben wir folgende Themenbereiche als Fokusthemen identifiziert, die wir zunächst priorisierend bearbeiten wollen.
Environmental (Umwelt):
- Energie
- Anpassung an den Klimawandel
- Abfälle
Social (Soziales):
- Arbeitsbedingungen: Gesundheit und Sicherheit
- Arbeitsbedingungen: Sozialer Dialog
- Gleichbehandlung und Chancengleichheit für alle: Vielfalt, Gleichstellung der Geschlechter, Inklusion von Menschen mit Behinderung, Alter
- Gleichbehandlung und Chancengleichheit für alle: Weiterbildung und Kompetenzentwicklung
Governance (Unternehmensführung):
- Verbandskultur
- Politisches Engagement (und Lobbying-Aktivitäten)
Im nächsten Schritt haben wir für diese Fokusthemen sowohl langfristige strategische Ziele als auch konkrete operative Ziele abgeleitet. Inhaltlich decken wir damit ein breites Spektrum ab: von Inklusionskonzepten bis zur Mülltrennung.
Um unsere Nachhaltigkeitsentwicklungen und Fortschritte transparent kommunizieren zu können, wollen wir für das Jahr 2026 eine freiwillige Berichterstattung ablegen und halten uns dafür an die VSME Nachhaltigkeitsberichterstattung.
Nachhaltigkeitsstrategie
Wir verstehen Nachhaltigkeit als vorausschauendes Management. Nachhaltigkeitsstrategien sollen als strategischer Plan dienen, um den Caritasverband ökologisch, ökonomisch und sozial in die Zukunft zu führen. Wir sehen Nachhaltigkeit außerdem als Querschnittsthema das alle Bereiche und alle Mitarbeiter_innen und Klient_innen im Verband betrifft und an dem alle die möchten mitwirken können.
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