Kiel, 3. September 2026 - Die Landes-Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtsverbände in Schleswig-Holstein (LAG) - zu der auch die Caritas im Norden gehört - hat am Mittwoch, den 2. September 2026, ihr 80-jähriges Bestehen gefeiert. Im Zentrum des Festaktes standen neben dem runden Jubiläum der entschlossene Schutz demokratischer Werte sowie der Sicherheit von Mitarbeitenden im sozialen Bereich.
Ministerpräsident Daniel Günther dankte den Verbänden in seiner Festrede ausdrücklich für acht Jahrzehnte gelebte Verantwortung und Solidarität: "Die Menschen im Land können sich stets auf Sie verlassen. Mit ihrer klaren Haltung und ihrer täglichen Arbeit sind die Wohlfahrtsverbände eine wichtige Stütze für unsere Demokratie." Gerade in Zeiten, in denen in den Sozialen Medien gehetzt und gespalten werde, übernehme die freie Wohlfahrtspflege tagtäglich gesellschaftliche Verantwortung.
Matthias Timmermann, Diözesancaritasdirektor der Caritas im Norden, betonte die historische und aktuelle Relevanz des Zusammenschlusses: "Die LAG wurde in einer Zeit tiefster Not gegründet, um das Überleben und den Wiederaufbau in Schleswig-Holstein zu sichern. Nach 80 Jahren erfolgreicher Arbeit sehen wir: Die Krisen verändern sich, aber der Bedarf an einer geeinten, starken Stimme für die soziale Gerechtigkeit bleibt ungemindert hoch. Für die Caritas im Norden ist die LAG seit acht Jahrzehnten die unverzichtbare Plattform, um Kräfte zu bündeln und Nächstenliebe in politisches Handeln zu übersetzen. Wir feiern diesen Geburtstag als Auftrag, den Zusammenhalt in unserem Land auch für die kommenden Generationen mutig und unerschütterlich zu verteidigen."
Neues Handlungspapier gegen Rechtsextremismus vorgestellt
Als konkretes Zeichen dieser Verantwortung wurde auf der Jubiläumsfeier ein gemeinsames Handlungspapier zum Umgang mit rechtsextremen, menschenfeindlichen und demokratiefeindlichen Angriffen präsentiert. Damit reagieren die Verbände auf wachsende Anfeindungen, von denen besonders die Flüchtlings-, Inklusions- und Beratungsarbeit betroffen ist. Das Papier stellt unmissverständlich klar: Parteipolitische Neutralität bedeutet niemals Wertneutralität gegenüber Menschenfeindlichkeit. Wer in der Sozialen Arbeit Menschen schützt, darf selbst nicht schutzlos sein.
Das Papier gibt den Einrichtungen und Teams im Alltag spürbare Rückendeckung und Orientierung durch drei Kernbereiche:
- Klare Melde- und Eskalationswege: Leitfäden zur Dokumentation von Vorfällen stärken die internen Schutzstrukturen.
- Schutz vor Instrumentalisierung: Soziale Einrichtungen bieten keine Bühne für Hetze. Personen oder Gruppen, die diskriminierende Positionen vertreten, können konsequent von Veranstaltungen ausgeschlossen werden.
- Starke Netzwerke: Durch die enge Zusammenarbeit mit Fachberatungsstellen und Sicherheitsbehörden erhält jede Einrichtung im Ernstfall sofortige Unterstützung.
Das übergeordnete Ziel des Papiers bleibt es, die Türen für Menschen in Not weiterhin offenzuhalten - sicher, tolerant und mit klarer Haltung.