Bürgermeister Thomas Beckmann hob vor allem das Engagement für das Zustandekommen BAMF-zertifizierter Integrationskurse in der Stadt Quickborn hervor. Die Caritas im Norden bietet in Hamburg schon seit ca. 20 Jahren solche zertifizierten Integrationskurse an, die sich über ein Jahr erstrecken und 600 Stunden Sprachunterricht mit 100 Stunden Landeskunde ("Leben in Deutschland") kombinieren. Dadurch konnte die Trägerzertifizierung grundsätzlich auch über die Hamburger Grenzen hinaus erweitert werden, doch die Suche nach einem Schulungsraum, der den strengen Kriterien des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge genügt, gestaltete sich zunächst schwieriger als erwartet.
Statistisch gesehen sind die Integrationskurse eine Erfolgsgeschichte. Einige Jahre später ist die Erwerbsquote unter den Migrantinnen und Migranten fast genauso hoch wie in der heimischen Bevölkerung. Ohne das Beherrschen der deutschen Sprache ist beruflicher Erfolg jedoch so gut wie unmöglich. Der erste Kurs ist bereits ausgebucht, die Zuweisungen erfolgen meist durch das Jobcenter, nachdem das zu Alexander Dobrindts (CSU) Innenministerium gehörende BAMF ja die Bewilligung von freiwilligen Teilnehmenden bis zum Ende des Jahres ausgesetzt hat. Besonders betroffen sind hier Geflüchtete aus der Ukraine und Bürgerinnen anderer EU-Länder. Die Caritas im Norden hat diese Entscheidung bereits deutlich kritisiert.
Gesellschaftlicher Zusammenhalt in Quickborn
Bürgermeister Thomas Beckmann, Andja Zdravac-Vojnovic und Amtsleiter Volker DentzinFoto: Caritas/Rizvani
In Quickborn zumindest funktioniert der gesellschaftliche Zusammenhalt, wie Bürgermeister Beckmann unterstrich. Alle Hilfswerke und die Stadt arbeiten sehr eng zusammen für das gute Gelingen ihrer Stadtgesellschaft (durchaus auch auf die umliegenden Orte mitbezogen). So haben die evangelischen Johanniter einen entsprechenden Raum für die Caritas-Kurse zur Verfügung gestellt, wofür die Stadt und die Caritas im Norden während der Feierstunde noch einmal ausdrücklich dankten.
Menschen machen den Unterschied
Andja Zdravac-Vojnovic hob in Ihrem Beitrag hervor, dass die integrierende Arbeit in der Stadt Quickborn von vielen Akteuren wahrgenommen werde, dass man immer in Teams arbeite, innerhalb der Caritas im Norden, aber auch übergreifend mit anderen Trägern und der Stadt. Hier sei auch das vertrauensvolle Verhältnis mit Amtsleiter Volker Dentzin hervorzuheben. Und doch, so wendeten die Vertreter der Stadt Quickborn ein: Menschen machen den Unterschied. Ohne eine unermüdlich für ihr Ziel kämpfende Andja Zdravac-Vojnovic würde es schlicht keinen Integrationskurs vor Ort geben, zumindest nicht jetzt. Sie hoben das individuelle Engagement der Geehrten hervor und zeichneten sie nicht nur anlässlich ihres 30-jährigen Dienstjubiläums aus, sondern für ihr ebenso langes Engagement für Menschen aus anderen Ländern, die am Südrand von Schleswig-Holstein eine neue Zukunft aufbauen wollen.
Niemand ist eine Insel
Andja Zdravac-Vojonvic vor dem Rathaus in QuickbornFoto: Caritas/Rizvani
"Niemand ist eine Insel", gab Zdravac-Vojnovic zu bedenken und hob noch einmal die Gemeinsamkeit der Anstrengungen hervor, ohne bei auch nur einem Anwesenden den leisesten Zweifel für die Berechtigung der persönlichen Ehrung säen zu können.
Die Caritas im Norden dankt Andja Zdravac-Vojnovic für 30 Jahre Engagement in der Migrationsberatung und Hilfe für Menschen in Not und würdigt ihre Leistung. Dass sie zudem noch in der katholischen St. Marien-Gemeinde ein sehr aktives Mitglied ist, lässt, wie sie selbst zum Ende scherzend anmerkte, auf ein ebenso großartiges ehrenamtliches Engagement hoffen, wenn in hoffentlich noch ferner Zukunft ihre Zeit im Hauptamt mit dem Ruhestand endet.